Matthias Haun

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Contemporary Fine

Daydreams

 

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New York ist ein Wasserglas neben dem eine weiße Serviette mit Prägedruck liegt. Es spiegelt sich auf einer Platte aus dunklem Holz, vielleicht Mahagoni, und Matthias Haun hat es 2009 fotografiert: Ein fast schon gewaltsamer Einspruch gegen die Alleinherrschaft der tief im Kopf einzementierten Klischee-Bilder, die der Name der Stadt wachruft. Auf solche Dominanz erheben seine Motive keinen Anspruch: Natürlich ist New York niemals nur ein Wasserglas gewesen. Aber seine Bilder verhelfen dem Unscheinbaren zu dem Recht, gesehen zu werden und zu der Chance neben dem Stereotyp zu bestehen.

 

Paris, Tokyo, L.A. und Nagasaki - es sind illustre Orte die der Bremer Foto-Künstler aufgesucht hat, nirgends aber befriedigen seine Digital-Aufnahmen Exotismus-Wünsche, nirgends gehorcht sein Blick touristischen Sehmustern – und statt ihnen mehr Schärfe, Kontrast und knalligere Farben zu verleihen, nutzt er die Möglichkeiten der Nachbearbeitung vor allem, um Silhouetten zu verbergen und Ansichten zu fragmentieren: Contemporary Fine Daydreams nennt Haun diese 2006 begonnene Serie.

 

Daydreams – Tagträume: Diese Bilder laden zum Denken ein, zum assoziieren – zum Träumen. Indem Matthias Haun die Möglichkeiten digitaler Nachbearbeitung nicht zur Korrektur seiner Aufnahmen nutzt, sondern zur malerischen Intervention ins Bild, verhilft er ihnen zu Energiefeldern, die sich „aus einer imaginären Quelle“ speisen - so hat im Jahr 2008 die Fach-Jury die Vergabe des MainzerKunstpreis Eisenturm an Haun begründet.

 

Benno Schirrmeister